Fragen & Antworten

FAQ

  • Definition: Kleinwuchs (medizinisch oft Minderwuchs) liegt vor, wenn die Körpergröße eines Kindes gleich groß oder kleiner als die kleinsten 3 % seiner Altersgruppe ist (unter der 3. Perzentile).
  • Erwachsenenalter: Bei Erwachsenen gilt man in der Regel als kleinwüchsig, wenn die Körpergröße unter 150 cm (Männer) bzw. 140 cm (Frauen) liegt.
  • Unterschiede: Man unterscheidet zwischen proportioniertem Kleinwuchs (der Körper ist insgesamt kleiner, aber harmonisch proportioniert) und disproportioniertem Kleinwuchs (einzelne Körperteile wie Arme/Beine sind im Verhältnis zum Rumpf verkürzt, z. B. bei Achondroplasie).

Die Ursachen sind vielfältig und nicht immer sofort erkennbar: 

  • Familiär (genetisch): Die häufigste Form. Die Eltern sind klein, das Kind wächst parallel zur unteren Kurve.
  • Konstitutionelle Entwicklungsverzögerung (KEV): Späte Pubertät. Kinder wachsen langsam, holen aber später auf.
  • Hormonelle Störungen: Wachstumshormonmangel, Schilddrüsenunterfunktion.
  • Skelettdysplasien: Genetisch bedingte Störungen des Knochenwachstums, z. B. Achondroplasie.
  • Chronische Erkrankungen/Mangelernährung: Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (Zöliakie), Herz- oder Nierenerkrankungen.

Es gibt sehr viele Formen von Kleinwuchs. Je nach Gesichtspunkt lassen diese sich in verschiedene Kategorien einordnen. Ärzte unterscheiden bei der Kleinwüchsigkeit beispielsweise zwischen einer primären und eine sekundären Form. Von einer primären Kleinwüchsigkeit spricht man, wenn sie für sich alleine auftritt. Ist sie hingegen nur die direkte oder indirekte Folge einer anderen Grunderkrankung, dann handelt es sich um eine sekundäre Form.

 

Bei der Kleinwüchsigkeit ist außerdem zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Form zu unterscheiden.

  • Untersuchungen: Anamnese (Schwangerschaft, Wachstum der Eltern), Wachstumskurve (Perzentilenkurve), Knochenalterbestimmung mittels Röntgen der Hand, Bluttests (Hormone).
  • Spezialisten: Kinderendokrinologen sind die ersten Ansprechpartner.

Die Behandlung richtet sich strikt nach der Ursache:

  • Wachstumshormonmangel: Die tägliche Gabe von synthetischem Wachstumshormon bis zum Ende der Wachstumsphase kann helfen, eine normale Endgröße zu erreichen.
  • Skelettdysplasien: Hier gibt es zunehmend spezialisierte Therapien, z. B. medikamentöse Ansätze bei Achondroplasie oder operative Maßnahmen (Beinverlängerungen).
  • Krankheitsbedingter Kleinwuchs: Behandlung der Grunderkrankung.
  • Lebenserwartung: In den meisten Fällen normal.
  • Herausforderungen: Der Alltag ist oft auf "Standardgröße" ausgelegt (Bankautomaten, Waschbecken, Türen).
  • Gesundheitliche Folgen: Mögliche Beschwerden sind Rückenschmerzen durch Fehlbelastung, Gelenkverschleiß oder Probleme mit dem Spinalkanal.
  • Soziales: Kleinwüchsige Menschen sind im Alltag oft auf Hilfsmittel angewiesen und 

Nach den Anhaltspunkten für die ärztliche Begutachtung ist bei Kleinwuchs bis zu 130 cm der Grad der Behinderung (GdB) von 50% zugrunde gelegt. Der Kleinwuchs zwischen 130 cm und 140 cm Körpergröße rechtfertigt nach diesen Anhaltspunkten ein GdB von 40%.