Erfahrungsbericht Berufsleben
Ich bin eine junge, weibliche Kleinwüchsige und habe meine berufliche Laufbahn als Auszubildende zur Bauzeichnerin im Tief- und Straßenbau begonnen. Bereits in meinen ersten Berufsjahren wurde mir schnell bewusst, dass ich mich in einem stark männerdominierten Umfeld bewegte. Sowohl im Kollegenkreis als auch im Austausch mit Auftragnehmern war ich überwiegend von männlichen Ansprechpartnern umgeben.
Diese Erfahrung war anfangs herausfordernd, hat mich jedoch zugleich geprägt und motiviert, meinen eigenen Weg konsequent weiterzugehen. Ich entwickelte mich fachlich und persönlich weiter, indem ich ein Bautechnikerstudium absolvierte. Im Anschluss daran trat ich das Referendariat für den gehobenen technischen Verwaltungsdienst beim Regierungspräsidium an. Diese Zeit war besonders intensiv und lehrreich, da ich meine bisherigen praktischen Erfahrungen mit verwaltungstechnischem Wissen und strategischem Denken verbinden konnte.
Im Jahr 2012 erwarb ich zusätzlich die Qualifikation zur Sicherheitsauditorin – ebenfalls ein Bereich, der traditionell stark von Männern geprägt ist. Auch hier konnte ich mich behaupten und meine fachliche Expertise weiter ausbauen.
Nach mehreren Jahren Berufserfahrung in diesem Bereich eröffnete sich für mich schließlich eine bedeutende Chance: Ich konnte die Leitung des Sachgebiets Straßenplanung übernehmen. Diese Position bringt nicht nur fachliche Verantwortung mit sich, sondern erfordert auch Führungsstärke, Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen – Eigenschaften, die ich über die Jahre hinweg kontinuierlich weiterentwickelt habe.
Im Jahr 2016 entschied ich mich, meine Vollzeitstelle auf eine Teilzeitbeschäftigung zu reduzieren, um parallel unsere damals 1,5 Jahre alte Tochter zu betreuen. Trotz dieser Veränderung blieb mir die Leitung des Sachgebiets erhalten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war dabei nicht immer einfach und stellte mich immer wieder vor neue Herausforderungen.
Heute bin ich stolz darauf, Teil eines so engagierten und unterstützenden Teams zu sein. Besonders schätze ich, dass sowohl meine Familie als auch meine Kolleginnen und Kollegen meinen Weg wertschätzen und mich dabei unterstützen, beides miteinander zu verbinden.