Das Seminar 2012

VKM 2020 – Wir stellen uns auf für die Zukunft

 

Der VKM kann auf eine nahezu 45jährige Geschichte der Selbsthilfe kleinwüchsiger Menschen zurückblicken. Im Verlauf dieser Zeit haben wir einiges bewegt und erreicht. Eigentlich könnten wir zufrieden „Weiter so!“ sagen.

Doch zwischenzeitlich haben sich die allgemeine Lebenssituation und unsere eigenen Lebensbedingungen deutlich gewandelt:

Beispielsweise hat zwar die offizielle Akzeptanz und Toleranz behinderten Menschen gegenüber offensichtlich zugenommen. Und viele kleinwüchsige Menschen sind beruflich integriert. Vorbehalte gegenüber Menschen mit Behinderung bestehen aber weiter. Sie sind nur verdeckter, weniger deutlich spürbar und schwerer in Worte zu fassen. Dieses Spannungsfeld zwischen der offiziellen Integration kleinwüchsiger Menschen und der weiterhin spürbaren besonderen Lebenssituation belastet anders.

Entsprechend könnten Arbeitsschwerpunkte, die z.B. in den 1970er Jahren von zentraler Bedeutung waren, mittlerweile einen anderen Stellenwert haben. Und Themen, die früher vielleicht noch gar nicht im Bewusstsein waren, verlangen heute nach Beachtung und Bearbeitung.

Auch haben sich bestimmt die Wünsche und Ansprüche der Mitglieder und Interessenten an unseren Selbsthilfeverband gewandelt. Und unsere Möglichkeiten, uns für die Belange kleinwüchsiger Menschen einzusetzen, sind andere als vor 40 Jahren.

 

Verfolgen wir also noch die richtigen Ziele? Sind unsere Themen- und Arbeitsschwerpunkte noch aktuell? Setzen wir unsere Energien effektiv und an der richtigen Stelle ein?

 

Es ist wichtig, dass wir uns nicht zu selbstzufrieden „Weiter so!“ zurufen, sondern selbstbewusst „So weiter!“ Deshalb wird es Zeit, gemeinsam ausführlich zu betrachten, wo wir stehen, zu prüfen, was wir leisten können und zu bestimmen, wohin wir wollen:        
Die Teilnehmer der JHV 2011 haben beschlossen, die Diskussion unseres Standortes, unserer Ziele und unseres Weges im Rahmen des Seminartages 2012 ausgiebig zu führen. So haben wir einen ganzen Tag Zeit, unsere Vorstellungen und Gedanken auszutauschen und konstruktiv zu bündeln.

 

Zusammen mit versierten Moderatoren werden wir in einem ersten Schritt im Plenum unsere Ausgangssituation 2012 beschreiben. Da wir ein möglichst offenes Ergebnis anstreben, werden wir auch erst im Plenum Themenbereiche formulieren, die wir anschließend in Arbeitsgruppen bearbeiten wollen. Diese Themenbereiche könnten z.B. aus unterschiedlichen Zielen bestehen oder diverse Ansatzpunkte für die Umsetzung darstellen. Welche Aufteilung besonders sinnvoll und zielführend ist, bestimmen wir zusammen mit unseren Moderatoren.

 

Den gebildeten Arbeitsgruppen steht in einem zweiten Schritt genügend Zeit zur Verfügung, um ihr jeweiliges Thema ausgiebig zu erörtern. Dabei können auch unterschiedliche Medien – wie z.B. Flipchats oder Stellwände – genutzt werden. Die Moderatoren unterstützen uns auch hier bei der Strukturierung der Diskussion und beim Festhalten der Ergebnisse.

 

Schließlich geht es noch einmal ins Plenum: Hier stellen die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor und zur Diskussion. Ziel ist es, diese Einzelergebnisse schlüssig zusammenzuführen und zu einem Konzept, zu einer Agenda, zu bündeln.

 

Damit unser erarbeitetes Ergebnis als konstruktiver Leitfaden dienen kann, wird es natürlich schriftlich festgehalten. Es wird uns als Arbeitspapier auf Bundes- und Landesebene begleiten. Die Vorstellung ist die, dass unsere zukünftigen Vorstandssitzungen und Jahreshauptversammlungen um einen beständigen Tagesordnungspunkt ergänzt werden: VKM 2020. So fließen unsere Ergebnisse zurück in die Landesverbände und werden auch dort diskutiert. Im Rahmen der darauf folgenden Erweiterten Bundesvorstandssitzung und Jahreshauptversammlung können wir unsere Ziele für das nächste Jahrzehnt verfeinern und vielleicht schon festlegen. Ggf. werden wir noch weitere Sitzungen oder eine kleinere Arbeitsgruppe VKM 2020 benötigen, um unsere zukünftige Arbeit möglichst exakt auf die wandelnden Lebensumstände, Anforderungen und Möglichkeiten abzustimmen. Die Grundlagen allerdings schaffen wir jetzt: Der VKM stellt sich auf für die Zukunft.